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31.7.2010 23:28

Hyperurikämie

Die Harnsäurewerte im Blut werden von Alter, Geschlecht und Ernährung einer Person beeinflusst. Von einer Hyperurikämie spricht man, wenn der Harnsäurespiegel im Serum über die Norm (bei Frauen über 6,0 mg/dl; bei Männern über 6,4 mg/dl) erhöht ist. Ab Harnsäurewerten von mehr als 9 mg/dl entwickeln 90 Prozent der Betroffenen einen Gichtanfall. Eine Erhöhung der Harnsäure im Blut entsteht

  • bei vermehrter Bildung von Harnsäure, zum Beispiel bei Blutkrankheiten
  • bei verminderter Ausscheidung von Harnsäure, zum Beispiel bei Nierenfunktionsstörungen
  • bei angeborenen Stoffwechseldefekten, die mit gestörten Abbauwegen für Harnsäure einhergehen

Entstehung und Merkmale einer Gicht

Ein zu hoher Harnsäurespiegel kann lange ohne Symptome und daher unbemerkt bleiben. Ist die Harnsäure jedoch dauerhaft erhöht, kommt es mit der Zeit zur Ablagerung von nadelförmigen Harnsäurekristallen in Gelenken und Organen, was dann schließlich zu Krankheitserscheinungen führt. Der akute "Gichtanfall", die Entzündung eines Gelenkes, äußert sich in einem explosionsartigen Beginn mit starken Schmerzen im betroffenen Gelenk. Typisch ist der Befall des Grundgelenks im großen Zeh (häufigster, klassischer Fall), das überwärmt, gerötet und geschwollen ist. Die außerdem häufig betroffenen Gelenke sind:

  • Daumengrundgelenk
  • Fingergelenke
  • andere kleine Gelenke im Strahl, vor allem im Bereich der unteren Extremitäten
  • Ellbogengelenk
  • im späteren Stadium auch die großen Gelenke

Bei der chronischen Gicht sind mehrere Gelenke entzündet und es zeigen sich die charakteristischen Gicht-Tophi. Gicht-Tophi sind Harnsäurekristalle, die von Entzündungszellen umgeben sind, und die sich an den Gelenkstrukturen, aber auch außerhalb der Gelenke, zum Beispiel in den Ohrmuscheln, ablagern.

Die Entzündungen in den Gelenken können allmählich Knorpel und Knochen schädigen und so zu Funktionsstörungen in den Gelenken führen. Die erhöhte Harnsäure kann aber auch die Niere angreifen und es kann zu Nierensteinen, zur Nierenerkrankung bis hin zum Nierenversagen kommen.

 

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