Presse
Im Gespräch

- Dr. Konrad Schily bei seiner Rede anlässlich des 110-jährigen Jubiläums der Firma HENNIG ARZNEIMITTEL im Juni 2008.
Interview mit Dr. Konrad Schily (MdB), Ausschuss Gesundheit, anlässlich der Jubiläumsfeier 110 Jahre HENNIG ARZNEIMITTEL
Dr. Schily, Sie haben heute eine Rede anlässlich des 110-jährigen Jubiläums der Firma HENNIG ARZNEIMITTEL gehalten. Welche Rolle spielen solche mittelständischen Unternehmen in Zukunft im deutschen Gesundheitswesen?
Dr. Schily: Wenn Sie mittelständische Unternehmen wie die Firma HENNIG ARZNEIMITTEL betrachten ? und davon gibt es nicht mehr so viele ? sind diese innovativ und stark in der Forschung. Diese Firmen haben im Gegensatz zu großen Unternehmen eine intakte Intergenerationsstruktur und binden sich außerdem langfristig an ihre Mitarbeiter. Sie betreiben auch ganz anders Forschung und Entwicklung, die einerseits etwas bedächtiger, also vorsichtiger, aber auf der anderen Seite dadurch auch nachhaltiger ist. D. h. es werden weniger Flops und dafür mehr tatsächlich gute Medikamente konzipiert und produziert und dadurch bleiben die Kosten auch überschaubarer. Große Unternehmen rechnen insgesamt sehr viel kurzfristiger, auch die Struktur ist ganz anders. Aber insbesondere das langfristige Denken der Mittelständler ist ein ganz entscheidender Unterschied. Daher spielen mittelständische Unternehmen wie HENNIG ARZNEIMITTEL auch in der Zukunft eine große Rolle im deutschen Gesundheitswesen.
Welchen Gesamteindruck haben Sie von der Firma HENNIG ARZNEIMITTEL?
Dr. Schily: Die Firma HENNIG ARZNEIMITTEL sucht natürlich sehr sorgfältig Mitarbeiter aus, die sie aber auch braucht, wenn sie am Markt bestehen will. Hier ist aber wieder ein struktureller Unterschied zu großen Unternehmen. Daher denken diese Mitarbeiter auch nur in relativ kurzen Zeiträumen und werden sich sehr genau überlegen, ob sie in langfristige Ziele investieren, die sie selbst unter Umständen gar nicht mehr miterleben werden. Mittelständische Unternehmen wie die Firma HENNIG ARZNEIMITTEL überlegen im Gegensatz dazu, wie langfristig können wir zukünftig mit diesen Angestellten zusammenarbeiten. Im Mittelstand wird also nicht über Projektarbeit sondern über lange Zeiträume nachgedacht ? dies betrifft besonders traditionelle Familienunternehmen.
Nun einmal eine gesundheitspolitische Frage: Heute gilt bei Krankenkassen und Versicherungen, gerade vor dem dramatischen demografischen Hintergrund, der Patient primär als Kostenverursacher. Was können Gesellschaft und Politik machen, um mehr den kranken Menschen in den Vordergrund zu stellen?
Dr. Schily: Eigentlich sollte der Patient im Mittelpunkt stehen und das System sich um den Patienten drehen. Das ist aber nicht so, weil sich das System um sich selbst dreht. Jede Krankenkasse hat in etwa die Aufteilung, dass 80 % gesund und 20 % krank sind und Leistungen benötigen. Die Kranken sind dabei eher an Leistungen und weniger an der Beitragshöhe interessiert. Die Gesunden dagegen schauen immer auf ihren Beitrag und wollen in aller Regel sparen. Und nun passiert das Merkwürdige, das sich die Krankenkassen immer mehr auf die Gesunden konzentrieren und nicht auf die Kranken, weil sie über den günstigen Beitrag mehr Mitglieder werben können. Wenn es mir um die Kranken geht, dann muss ich große Lösungen wie die Einheitsversicherung schaffen.
Halten Sie denn eine Einheitsversicherung für sinnvoll?
Dr. Schily: Nein, je weniger Krankenkassen wir haben, also je höher die Verdichtung ist, desto stärker werden auch die Beiträge steigen. Dazu gibt es auch Untersuchungen aus den 60er Jahren: Wenn eine Organisation größer als 4.000 Menschen wird, identifizieren sich die Menschen nicht mehr mit der Firma und versuchen dann, sich Vorteile zu verschaffen. Wenn Sie dagegen eine kleine Krankenkasse betrachten, wird dies nicht der Fall sein.
Dr. Schily, vielen Dank für das Gespräch.
Hier können Sie sich das Interview als PDF herunterladen.
Interview vom: 12. Juni 2008
Aktuelles
8. HENNIG-Symposium am 1./2. Oktober 2010 in Erlangen/Nürnberg
05.05.10 15:49Ärzte können sich nach Anmeldung im Ärzte-Portal unter der Rubrik Veranstaltungen das...
[mehr]8. HENNIG-Symposium 2010 am 1./2. Oktober in Erlangen/Nürnberg
05.05.10 15:49Das diesjährige HENNIG-Symposium findet am 1. und 2. Oktober 2010 unter der Schirmherrschaft...
[mehr]Die Punktlandung bei Sodbrennen!
01.02.10 15:33OmeHennig® direkt jetzt rezeptfrei erhältlich
[mehr]Liebigstraße 1-2
65439 Flörsheim am Main
Tel. 06145 / 508-0
Fax: 06145 / 508-140
E-Mail: info@hennig-am.de

Sitemap