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8.9.2010 5:08

Rheumatische Erkrankungen

Der Sammelbegriff "Rheuma" umschreibt Beschwerden wie Schmerzen in Gelenken und Muskeln, steife Knie, Rückenschmerzen, geschwollene und gerötete Gelenke, sowie zahlreiche weitere Beschwerden. Insgesamt werden mehr als 400 verschiedene Erkrankungen unter diesem Begriff zusammengefasst. Ihre Gemeinsamkeit besteht in den Schmerzen und langfristig in Bewegungseinschränkungen durch Funktionseinbußen des Bewegungsapparates. Rheumatische Erkrankungen machen etwa 20 Prozent aller Diagnosen in den westlichen Industrieländern aus und bilden damit die dritthäufigste Krankheitsgruppe nach den Kreislauf- und den Atemwegserkrankungen. Sie sind die Hauptursache für Behinderungen: Mehr als 20 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage und bis zu 25 Prozent aller Frühberentungen entfallen auf die allgemeine Diagnose "Rheuma".

Rheumatische Erkrankungen können Gelenke und/oder das Bindegewebe betreffen. Wegen der großen Vielfalt werden diese Krankheiten in drei große Gruppen eingeteilt:

Die entzündlichen Rheumaerkrankungen sind weniger häufig als die anderen rheumatischen Krankheitsgruppen, dafür aber schwerwiegender. Es handelt sich dabei um chronische Entzündungen, die durch sogenannte Autoimmunreaktionen entstehen. Die genaue Ursache dieser fehlgeleiteten Funktion des Immunsystems ist noch immer nicht bekannt. Zu den entzündlichen Rheumaerkrankungen gehören:

  • Rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis)
  • Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans)
  • Kollagenosen und Vaskulitiden (Entzündungen in Bindegeweben beziehungsweise Blutgefäßen)

Die rheumatoide Arthritis tritt unter den entzündlichen rheumatischen Erkrankungen am häufigsten auf. Sie ist gekennzeichnet durch eine Entzündung der Gelenkinnenhaut (Synovialis). Dadurch kommt es zu Symptomen wie Gelenkschmerzen und Morgensteifigkeit. Schmerz und Steifigkeit werden durch das Bewegen gelindert und nehmen deshalb im Tagesverlauf ab.

Degenerative Gelenkerkrankungen, die Arthrosen, entstehen auf Grund von Veränderungen des Gelenkknorpels durch Abnutzung. Sie verlaufen ebenfalls chronisch, aber weniger aggressiv als eine Arthritis. Die Schädigung des Knorpels entsteht hier beispielsweise durch Fehlbelastung oder als Spätfolge entzündlicher Reaktionen oder Verletzungen. Im Unterschied zur Arthritis verschlimmern sich bei einer Arthrose die Gelenkschmerzen durch Bewegung (Belastungsschmerz) und nehmen im Tagesverlauf zu.

Der Weichteilrheumatismus umfasst rheumatische Erkrankungen, bei denen nicht direkt die Gelenke, sondern Bindegewebe, Sehnen und Bänder betroffen sind. Der wichtigste Vertreter dieser Gruppe ist die Fibromyalgie, bei der Schmerzen im gesamten Bewegungsapparat vorkommen können. Daneben kann es auch zu so genannten vegetativen Beschwerden wie Schlafstörungen oder Verdauungsbeschwerden kommen.

 

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